Tipi – Zelt der nordamerikanischen Indianer


Tipi – Zelt der nordamerikanischen Indianer

Im folgenden Blogartikel wollen wir uns mit dem Tipi – der typischen Behausung der nordamerikanischen Prärie-Indianer – auseinandersetzen und dieses genauer unter die Lupe nehmen. Neben der Etymologie des Begriffs wollen wir auch den Aufbau und die Verbreitung näher betrachten.

 

Wortbedeutung

Das Wort Tipi setzt sich aus den folgenden beiden Lakota-Wörtern zusammen:

  • Thi = bedeutet so viel wie „verweilen“, „hausen“, „wohnen“
  • Pi = gibt die Plural bei Verben an

Thipi bedeutet also bei wörtlicher Übersetzung so viel wie „sie wohnen“. Die Wortbedeutung hat sich im Laufe der Zeit allerdings stark gewandelt. In der Stammessprache der Lakota-Indianer bedeutet thipi heute „Haus“. Für das traditionelle Tipi steht mittlerweile der Begriff „thiíkčeya“.

Im Englischen gibt es darüber hinaus auch noch alternative Schreibweisen zur ursprünglichen Form. Diese lauten teepee und tepee.
Bauweise und Aufbau des Tipis

Der Aufbau eines Tipis scheint zwar recht simpel, doch ist er wegen seiner Funktionalität auch gleichsam genial. Ein Tipi besteht in seiner Grundform aus einem Gestell bestehend aus Stangen. Hierfür werden meist dünne Stämme von Nadelbäumen verwendet. Über das typisch kegelförmige Gestell wird in weiterer Folge eine Plane aus Bisonleder gespannt, welche die Außenwand des Tipis darstellt. Seit der beinahe völligen Ausrottung der Bisons in Nordamerika und der Umsiedlung der meisten Indianerstämme in Reservate bestehen die Außenwände der Tipis meist aus festem Segeltuch.

Die Grundfläche eines Tipis ist kreisförmig und hat einen Durchmesser von etwa 3-7 Meter. In der Mitte des Zeltes wird eine Feuerstelle eingerichtet, der Rest des Innenbodens wird mit Fellen ausgelegt. Die Außenwände der Tipis werden oft bemalt. Die Bemalung erfolgte früher meist mit Naturprodukten wie Beeren, sie soll den Rang des Tipi-Besitzers nach außen hin sichtbar machen.

Als Windschutz wird an der Innenseite eine Auskleidung mit Fellen, welche bis ca. 1,5 Meter über den Boden reicht, angebracht. Tipis, die über ein sogenanntes Lining an der Innenseite verfügen sind wärmer und trockener – außerdem brennt auch das Feuer gleichmäßiger bzw. wird weniger Asche aufgewirbelt. Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass so von außen die Umrisse der im Tipi befindlichen Personen nicht sichtbar sind.
Verwendung und Verbreitung von Tipis

Hingegen einer allgemein gängigen Annahme werden Tipis nicht von allen Indianerstämmen verwendet. Sie werden vor allem von den nomadischen Indianerstämmen wie den Prärie- und Plains-Indianern verwendet. Vorteil der Tipis ist nämlich, dass sie sich sehr schnell aufbauen und abbauen lassen und einer Großfamilie von 7-8 Personen Platz bieten. Heute ist die Verwendung von Tipis nur noch vereinzelt gebräuchlich. Die in den Reservaten lebenden Indianer wohnen mittlerweile ebenso in Häusern wie die europäischen Siedler in der Pionierzeit. Heutzutage verwenden Indianer ihre typischen Zelte nur mehr als zusätzlichen Wohnraum für Gäste oder bauen sie zu traditionellen Festen wie beispielsweise dem Powwows – einer regelmäßig stattfindenden Zusammenkunft der nordamerikanischen Indianer, um gemeinsam zu tanzen, zu singen und die indianischen Gepflogenheiten zu ehren – auf.

Noch keine Kommentare.

Tipi – Zelt der nordamerikanischen Indianer