Die Eisenbahn im Wilden Westen


Bereits um 1840, während die gigantische Westwanderung begann, wurde in Erwägung gezogen eine transkontinentale Eisenbahn zu bauen, um den östlichen Teil Amerikas mit dem westlichen zu vernetzen. Doch nicht eher als 1857 arbeitete Theodore Dehone Judah, der Eisenbahningenieur, einen genauen Plan aus, damit die Pazifizische Eisenbahn gebaut werden kann.

Er fand auch Investoren für seinen Vorschlag, da er in den weiteren Jahren sein Konzept noch optimiert hatte. Die „Großen Vier“, Charles Crocker, Leland Stanford, Mark Hopkins und Huntington riefen aufgrund dessen 1861 die Central Pacific Railroad ins Leben. Für den problemlosen Verlauf der Arbeiten an der Eisenbahn war als Ingenieur Theodore Dehone Judah zuständig. Die Central Pacific begann am 8. Januar 1863 mit den Bauarbeiten. Aufgrund des Todes von Judah, der an Gelbfieber starb, begann Charles Crocker eigenhändig die Verantwortung zu übernehmen. Die amerikanische Staatsmacht erteilte der Central Pacific den Auftrag, die Linie teilweise von Sacramento aus in Richtung Osten zu errichten. Dabei hatte die Firma den schweren Auftrag, die Rocky Mountains zu bezwingen. Hierzu wurden viele Sprengungen veranlasst, durch den Berg mussten enorme Tunnel gegraben werden und gigantische Brücken baute man, damit die Täler bezwungen werden konnten.

Für die Errichtung des zweiten Abschnitts von Missouri Richtung Westamerika beauftragte die Regierung die Union Pacific Railroad, deren Gründung zum ähnlichen Zeitpunkt, wie die Firma Central Pacific Railroad, stattfand. Weil die Bauarbeiten der Central Pacific aufgrund des Bürgerkriegs behindert wurden, konnte die Union Pacific erst beginnen, als der Krieg zu Ende war. Hierzu übernahmen die Brüder Dan und Jack Casement die Aufsicht, damit die Arbeiten problemlos fortschritten. Die zwei Eisenbahnunternehmen hatten an einem Punkt zusammen zu kommen, der noch nicht vorgegeben wurde, als der Bau der Eisenbahnstrecke begann. Die Bauarbeiter dieser zwei Firmen kamen in einer erstaunlich schnellen Arbeitsgeschwindigkeit immer mehr aufeinander zu. Unterdessen kamen bei der Central Pacific fast 18000 chinesische Bauarbeiter zu Einsatz. Hauptsächlich Iren arbeiteten für die Union Pacific. Die irischen Arbeitskräfte hatten es leichter, weil die Strecke oft über flache Landstriche durch die Steppe ging. Trotzdem waren die Bauarbeiter beiderseits enormen Belastungen ausgesetzt, denn an Arbeitssicherheit dachte damals noch keiner.

Folglich kamen mehrere Hundert Bauarbeiter an der Baustrecke bei Unfällen ums Leben. So wie beim Viehtreiben oder beim Goldrausch entstanden auch beim Bau der Eisenbahn in kürzester Zeit viele Städte. Lediglich einen Unterschied gab es: die Städte entfernten sich wieder, sobald die Bauarbeiter zum nächsten Ort zogen. Diese Städte wurden kurzfristig mitgeführt, damit die Arbeiter immer ein Vergnügungsviertel bei sich hatten. Sonst gab es keinen Unterschied zu den Goldgräber- oder Rinderstädten. Raubüberfälle und Morde gab es täglich. Damit die Arbeiten an der Eisenbahnlinie vorangingen, setzte die amerikanische Staatsmacht Prämien aus für jede Meile, die errichtet wurde. Damit begann zwischen den zwei Unternehmen ein harter Wettbewerb.

Immer mehr wurden die Bauarbeiter unter Druck gesetzt, was aufgrund dessen dazu führte, dass noch mehr Menschen ums Leben kamen. Jedes der beiden Unternehmen bemühte sich so das andere zu übertrumpfen. Dabei sollen sich die Belegschaften tatsächlich wechselseitig torpediert haben. Damit dies aufhörte, legte Präsident Grant fest, wo die Bahnen von beiden Seiten zusammentreffen sollten. Infolgedessen fusionierten am 10. Mai 1869 die Union Pacific und die Central Pacific im Norden des großen Salzsees. Unterdessen traf von Westamerika die „Jupiter“-Lokomotive ein, während von Ostamerika die „119“ ankam. Im Laufe der Feierlichkeiten schlug Leland Stanford den letzten, goldenen Nagel ein, dem man danach wieder herauszog. Die zwei Unternehmen verbauten insgesamt Schienen bei einer Länge von etwa 3000 km durch Amerika. Nach einer Bauzeit von sechs Jahren beliefen sich die Kosten auf etwa 181 Millionen US-Dollar.

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