Bekannte Revolverhelden im Wilden Westen


Bekannte Revolverhelden im Wilden Westen – Leben und Wirken von Doc Holliday

 

Es gibt wohl kein Bild, das aus dem amerikanischen Westen so tief verwurzelt ist, wie die Darstellung von einem Revolverduell. Zwei Männer stehen sich gegenüber, die Hände lose über dem Revolvergriff gehalten, langsam gehen sie aufeinander zu, um festzustellen, wer der Schnellere ist und als Erster schießt. Dann kommt es zu einer jähen, kaum wahrnehmbaren Bewegung, es fallen nahezu gleichzeitig zwei Schüsse und einer der beiden Männer geht von einer Kugel getroffen zu Boden.

 

Doc Holliday – Fans der Western-Filme kennen ihn

 

Den meisten wahren Westernfans ist der Name Doc Holliday bekannt. Doch gab es ihn wirklich und wer war er? Eines gleich vorweg, es gab ihn tatsächlich, sein richtiger Name lautete John Henry Holliday. Über sein genaues Geburtsdatum ist man sich allerdings nicht ganz einig. Historiker geben einerseits den 14. August 1851 oder Anfang 1852 an. Beim Geburtsort gibt es allerdings keine Zweifel. „Doc“ wurde in Griffin im Bundesstaat Georgia geboren und starb am 08. November 1887 in Glenwood Springs im Bundesstaat Colorado an Tuberkulose.

 

Dieses Zitat von Wyatt Earp beschreibt den Menschen Doc Holliday wohl am besten: „Doc war ein Zahnarzt, den die Notwendigkeit zu einem Spieler gemacht hatte, ein Gentleman, den die Krankheit zu einem Vagabunden des westlichen Grenzlandes gemacht hatte; ein Philosoph, den das Leben zu einem bissigen Zyniker gemacht hatte; ein hochgewachsener dünner aschblonder Kerl, fast tot durch die Tuberkulose, und zugleich der geschickteste Spieler und der kühnste, schnellste, tödlichste Mann mit einer Waffe, den ich jemals kannte.“ Allein dieses Zitat beschreibt das Leben von Doc Holliday so anschaulich wie es wohl auch dicke Geschichtsbücher nicht besser gekonnt hätten. Außerdem stammt es von Wyatt Earp, einer Person, die Doc Holliday persönlich kannte und der selbst als bekannter Revolverheld zu Zeiten des Wilden Westens gilt.

 

Doc Holliday – Sein Leben, sein Ende

 

Geboren als Sohn des Offiziers Henry Burroughs Holliday und seiner Frau Alice Jane McKay. Er kam mit einer Lippenspalte zur Welt, diese wurde allerdings von zwei befreundeten Ärzten der Familie korrigiert. Nur so konnte er überhaupt normal sprechen und in späteren Jahren sein Medizinstudium erfolgreich absolvieren. Seine Mutter starb als er 15 Jahre alt war, sein Vater heiratete in den folgenden Jahren erneut, weshalb die Familie nach Valdosta (Georgia) zog. Dort besuchte der junge John Henry die höhere Schule und anschließend die Dental School in Philadelphia, wo er 1872 den Doktor in Zahnmedizin machte. Kurz darauf erkrankte er an Tuberkulose und begann zu trinken und schließlich auch Poker zu spielen. Bald darauf war er in eine erste Schießerei verwickelt – weitere sollten folgen. In den darauffolgenden Jahren zog er von Stadt zu Stadt. In Deadwood lernte er 1876 schließlich auch Wyatt Earp kennen. Es kam zu wilden Schießereien, eine war wohl eine Vendetta, an der sowohl Earp wie auch Holliday beteiligt waren, allerdings driftete Holliday immer mehr in die illegale Szene ab und trennte sich schlussendlich von seinem Freund Earp, der als Marshall in verschiedensten Städten als Gesetzeshüter fungierte.

 

Historiker haben herausgefunden, dass Doc Holliday an insgesamt neun Schießereien beteiligt gewesen sein soll. Über die Zahl der Opfer, welche auf sein Konto gehen sollen, gibt es keine eindeutigen Zahlen, die einen sprechen von drei Toten, die anderen meinen sogar das bis zu sieben Menschen durch seine Kugeln ihr Leben lassen mussten.

Er heiratete nie, lebte allerdings mit Mary Haroney bis zu seinem Tod zusammen. Doc Holliday wurde seine Tuberkulose nie mehr los und starb auch an den Folgen dieser Erkrankung. Die letzten Monate verbrachte er im Kurort Glenwood Springs, wo er schließlich auch verstarb.

 

Im Gegensatz zu den „wilden Jahren“ zuvor führte er die letzten Jahre ein eher ruhiges und beschauliches Leben. Seine Freundin und Cousine, Martha Anne „Mattie“ Holliday eine Nonne, brachte ihm den katholischen Glauben näher, zu welchem er schließlich auch konvertierte.

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