3 verbreitete Irrtümer über den Wilden Westen


3 verbreitete Irrtümer über den Wilden Westen

Es kursieren seit jeher unzählige Mythen und Geschichten über den Wilden Westen, die meisten sind nur teilweise belegt, erfunden oder widersprechen jeder historischen Grundlage, doch der Wilde Westen hat seinen Namen nicht ganz zu Unrecht erhalten. Die rauen Sitten und die teilweise scheinbar gesetzlosen Landstriche in der neuen Welt, waren die Heimat vieler Abenteurer, Goldgräber und Revolverhelden. Im folgenden Artikel wollen wir 3 beliebte Irrtümer über den Wilden Westen näher betrachten und die Wahrheit bezüglich dieser Mythen ans Licht bringen.

 

Mythos 1: Der Goldrausch machte die Goldgräber reich

Der Beginn des kalifornischen Goldfiebers war der 24. Januar 1848 als James W. Marshall seine Mühle überprüfte und im Wasser ein glitzerndes Stück Gold fand. Allerdings war es nicht seine eigene Mühle, sondern jene des Schweizer Auswanderers Johann August Sutter. Sutter merkte schnell, welche Folgen der Fund für ihn haben würde und sah sein Land bereits von Abenteurern und Goldsuchern überrannt. Aus diesem Grund versuchte er den Goldfund geheim zu halten, was allerdings nicht funktionierte. Als die Kunde schließlich bis ins 160 Kilometer entfernte Kalifornien vordrang, legten viele ihre Arbeit nieder und machten sich zur Goldsuche auf in die kalifornischen Berge. Mittels Mundpropaganda und den Zeitungen gelangen die Neuigkeiten bis an die Ostküste. Dies veranlasste auch viele Siedler der Ostküste den beschwerlichen Weg nach Westen auf sich zu nehmen. Reich wurden die Goldgräber allerdings allesamt nicht. Den größten Gewinn machten die Händler und Ladenbesitzer, die den Forty Niners – wie die Glücksritter genannt wurden – Ausrüstung und Bekleidung verkauften. Vor allem der deutsche Levi Strauss wurde in dieser Zeit zum Millionär, da er den Goldgräbern mit seiner Jeans eine stabile Hose bereitstellen konnte.

 

Mythos 2: Im Wilden Westen wurde nur englisch gesprochen

Die Annahme, dass im Wilden Westen ausschließlich oder überwiegend englisch gesprochen wurde, ist schlichtweg falsch und hat keinerlei historischen Hintergrund. Das Leben und die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen waren viel zu verschieden, dass es eine allgemein gültige „Übersprache“ hätte geben können. Neben den unzähligen Indianersprachen hatten vor allem auch die neuen Siedler unterschiedlichen sprachlichen Background, da sie aus allen Teilen der Welt einreisten. Nachdem Christopher Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, schickten auch die Portugiesen, Franzosen, Holländer und Engländer Schiffe Richtung neue Welt. Dies führte in der weiteren Folge zu einer Aufteilung der Gebiete. Ersichtlich ist dies heute noch in den unterschiedlichen Städtenamen, die sich sehr gut einer der zahlreichen europäischen Kolonialmächte zuordnen lässt. So ist der Süden von Spaniern dominiert worden – was sich in Städtenamen wie Santa Monica, Santa Barbara und San Diego widerspiegelt. Der Norden hingegen wurde von Franzosen besetzt, was zu Städtenamen wie New Orleans und St. Louis führte.

 

Mythos 3: Cowboys sind typisch amerikanisch

Eine weitere weit verbreitete Meinung besagt, dass Cowboys typisch amerikanisch sind bzw. der Beruf des Cowboys eine amerikanische Erfindung sei. Der amerikanische Cowboy gilt seit jeher als Symbol für den Wilden Westen und das amerikanische Freiheitsgefühl. Mit Cowboyhut, Jeans, Lederweste, Stiefel und Westernjacke ausgestattet und am Lagerfeuer Mundharmonika spielend – so stellen sich die meisten einen typischen Cowboy im Wilden Westen vor. Ganz so ruhmreich war der Alltag eines Cowboys allerdings nicht. Die Arbeit der Cowboys war geprägt von Entbehrungen, tagelangen Ritten durch die Prärie und schier endlosen Arbeitstagen. Angestellt um die Rinderherden von A nach B zu geleiten, mussten sie bei jedem Wetter ihrer Arbeit nachgehen. Nachts hatten sie nur in den seltensten Fällen ein Dach über dem Kopf, in den Rinderstädten verbrachten sie die Nächte gemeinsam mit ihren Pferden in den Ställen. Anders als man vielleicht denken mag, ist der Beruf des Cowboys keine amerikanische „Erfindung“. Auch in anderen Ländern der Welt gibt es diesen Beruf schon seit Jahrhunderten. So werden die Cowboys in Argentinien beispielsweise Gauchos, in Mexiko Charros, in Chile Huasos und in Brasilien Vaqueiros genannt. In Australien heißen sie Stockmen.

Noch keine Kommentare.

3 verbreitete Irrtümer über den Wilden Westen