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Glücksspiel im Wilden Westen


 

Wenn man an den Wilden Westen denkt, denkt man unweigerlich an Cowboys, Pferde, Saloons und Glücksspiel. Wir haben Bilder von Männern mit Bärten und Cowboyhüten im Kopf, die um einen Tisch sitzen und Karten spielen, umringt von schönen Frauen. Dieses Bild kommt nicht von Ungefähr. Das Glücksspiel war im Wilden Westen sehr beliebt.

Allen Anfang machte das Lotto in den in der Neuen Welt gegründeten Kolonien. Die Kolonien brauchten Geld, also wurden Lotterien gegründet. Der Erlös dieser Glücksspiele half unter anderem bei der Gründung einiger der renommiertesten Universitäten des Landes, wie zum Beispiel Harvard, Yale und Princeton. Aber auch Kirchen und Bibliotheken wurden mit Hilfe der Lotterieeinnahmen gebaut.

Auch Pferdewetten waren im 17. Jahrhundert sehr beliebt. Die Anfänge machten Wetten zwischen zwei Männern, die sehen wollten, welches ihrer Pferde das schnellere war. Rennstrecken und Wettbüros gab es damals noch nicht. Die erste professionelle Rennstrecke wurde im Jahre 1665 auf Long Island gebaut.

Kartenspiele erobern die Saloons

Mit der Entstehung von Tavernen und Saloons wurden auch Würfel- und Kartenspiele immer beleibter. Die rasant wachsende Bevölkerung begünstigte die Gründung der ersten großen Spielhallen in dicht besiedelten Gebieten. So wurde New Orleans die Wiege vieler beliebter Glücksspiele, wie Faro, Hazard, Black Jack oder Poker. Sie alle entwickelten sich aus Spielen, die von den europäischen Einwanderern mitgebracht wurden.

In den Jahren nach 1800 war Faro das beliebteste Glücksspiel im Wilden Westen. Alle spielten es, alle liebten es, auch so berühmte Persönlichkeiten wie Doc Holliday oder Wyatt Earp. Tatsächlich waren sie nicht nur Spieler, sondern verdingten sich auch als Dealer. Wyatt Earp besaß sogar eine Faro Bank.

Das Spiel erinnert vage an das moderne Mini-Baccarat. Der Dealer mischte ein Kartendeck und legte sie offen in einen Kartenschlitten. Auf dem Tisch lagen 13 Karten vom Ass bis zum König. Darauf mussten die Spieler ihre Einsätze machen, dabei war es möglich auf eine Karte zu setzen, auf mehrere oder auch auf die so genannte „High Card“. Als nächstes wurde vom Stapel die erste Karte als „Soda“, also als neutrale Karte gezogen. Die danach folgende war die so genannte „Banker's Card“ - alle Einsätze auf dieser Karte bekam der Dealer. Dann wurde eine weitere Karte ausgegeben, die „Player's Card“. Die Einsätze auf dieser Karte, gingen an den Spieler, der richtig gesetzt hatte.

Poker löst Faro ab

Irgendwann kam das Kartenspiel aus der Mode. Das einfachere Black Jack und das vielfältigere Poker lösten das Spiel schnell ab. Poker gab den Spielern die Möglichkeit, Strategien anzuwenden und aus dem Glücksspiel einen Beruf zu machen. Immer mehr professionelle Spieler eroberten die Casinos. Sie mussten charismatische Persönlichkeiten sein, damit sie andere davon überzeugen konnten, gegen sie zu spielen. Und nicht nur ihr spielerisches Können, ihre Ausstrahlung und Glück waren wichtig, um erfolgreich zu sein. Auch eine erfolgreiche Schießerei führte im Wilden Westen manches Mal zum Sieg.

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